DE EN
 

THW gewinnt CL-Finale 36:34 gegen Barcelona

Kiel beendet den Spanienfluch: Zweiter Titel


In seinem fünften EHF Champions League-Finale hat der THW Kiel erstmals gegen eine spanische Mannschaft gesiegt – und zum zweiten Mal nach 2007 den EHF Champions League-Titel gewonnen. In einem hochdramatischen und hoch emotionalen Finale des EHF FINAL4 schlugen die Kieler den FC Barcelona 36:34 (17:20).

Matchwinner waren der herausragende Kieler Torwart Thierry Omeyer (15 Paraden) und der EHF Champions League-Torschützenkönig Filip Jicha, der insgesamt elf Mal traf – inklusive des letzten und entscheidenden Tores und die Saison mit 119 Treffern beendete. Barcelona war ein Gegner auf absoluter Augenhöhe, das Spiel war erst neun Sekunden vor dem Abpfiff entschieden.

Der THW hatte noch niemals zuvor ein EHF Champions League-Finale gegen eine spanische Mannschaft gewonnen, da sie gegen Barcelona (2000) und Ciudad Real (2008, 2009) verloren hatten. Bester Torschütze des FC Barcelona war Juanin Garcia mit 13 Toren.

Das Finale war das letzte Spiel in der Karriere von David Barrufet – und der Barca-Keeper stand kurz vor seinem siebten EHF Champions League-Titel, denn seine Mannschaft lag Mitte der zweiten Hälfte noch mit sechs Toren vorne.

Vor der Halle peitschte der kalte Wind durch Köln, der Regen prasselte herunter – aber in der LANXESS-Arena erreichte die Stimmung schon früh den Siedepunkt. Die 19.374 Zuschauer – abermals ein neuer Europapokal-Rekord- sorgten für eine sensationelle Atmosphäre.

Vier Spieler drückten dann den ersten 30 Minuten ihren Stempel auf – zwei Torhüter, zwei Feldspieler. Barcelonas Außen Juanin Garcia erwies sich als sicherer Siebenmeter-Schütze, traf vom Punkt fünf Mal und insgesamt sieben Mal. Damit war er aber nicht der beste Torschütze der ersten Hälfte. CL-Toptorjäger Filip Jicha traf acht Mal in 30 Minuten. Daneben sorgte Barca-Torwart David Barrufet im letzten Spiel seiner Karriere mit zahllosen Paraden dafür, dass die Katalanen zur Pause mit 20:17 führten. Auf der anderen Seite steigerte sich Thierry Omeyer erheblich, drei Paraden in Folge waren der Weckruf für die Kieler, nachdem sie zwischenzeitlich bereits 15:20 (19.) zurück gelegen hatten.

Die erste Hälfte der Partie wurde von einem sehr hohen Tempo vielen Toren, teilweise sehr harten Duellen, aber auch löchrigen Defensivreihen geprägt. Barcelona lag ständig in Führung. Nach dem 5:4 kam Barrufet ins Tor, wehrte einige Würfe ab – und die Spanier zogen davon.

In den ersten Minuten der zweiten Hälfte spielte Kiel extrem nervös, verlor viele Bälle und warf schwach – nur Omeyer verhinderte eine Vorentscheidung zugunsten von Barca. Auf der anderen Seite spielte Barcelona sehr effektiv und mit ihrer typischen Leichtigkeit. Das zehnte Tor von Garcia bescherte das 23:18 – und beim Stand von 24:19 nahm Kiel seine Auszeit. Die Katalanen spielten sehr souverän im Angriff, warteten auf ihre Chancen und hatten deutlich mehr Kraft und Frische als Kiel – und vergrößerten den Vorsprung sogar auf 26:19.

Aber danach begann der THW zu kämpfen, als ginge es um ihr Leben. Dank Omeyer verkürzten die Kieler den Rückstand Tor um Tor und spätestens beim 26:24 spielte die Halle verrückt. Barcelona verlor den Faden völlig und fand keine Löcher mehr in der THW-Defensive. Die Fans standen auf den Sitzen, wurden von Omeyer zum Jubel animiert – und gaben den Spieler die nötige zusätzliche Kraft.

Durch einen direkt verwandelten Freiwurf glich Christian Zeitz in der 52. Minute zum ersten Mal aus. Nach einer weiteren Parade von Omeyer brachte Lundström Kiel beim 30:29 erstmals in Führung – und die Atmosphäre hatte ihren Siedepunkt erreicht. Nach einer 11:4-Serie in zehn Minuten war Kiel wieder am Leben.

Und Barcelona wurde förmlich überrannt, denn Kiel erhöhte auf 33:30 in der 56. Minute, und die Spanier immer wieder an Omeyer gescheitert waren. Mit seinem zehnten Treffer traf Jicha zum 34:32 drei Minuten vor dem Ende und als Garcia beim zehnten Siebenmeter zum ersten Mal vergab, war Kiel kurz vor der Trophäe. Noch 50 Sekunden: Romero trifft zum 34:35 für Barca. 16 Sekunden vor dem Ende beendete dann Jicha mit Treffer Nummer elf den spanischen Fluch des THW endgültig – mit dem Endstand von 36:34 und dem zweiten CL-Titel für die Deutschen.

Text: Björn Pazen

Statistik-Download:
Match Report
Actions Report
Games Report

 
Ticket-Hotline

VIP Tickets

Stadt Köln

Reisen

Deutsche Krebshilfe e.V. Handballwoche adidas DB Schenker Stadionwelt RIMOWA Vietentours Teamsportreisen Köln Bonn Airport
Velux Jack & Jones Sharp UNIQA
Volunteers

LANXESS arena

Foto Galerien

Videos