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Vorschau zweites Halbfinale: Ciudad Real – THW Kiel

Das verfluchte siebte Duell der Titanen


Für viele Fans ist das zweite Halbfinale zwischen Ciudad Real und dem THW Kiel das vorweggenommene Endspiel – schließlich ist es die Finalpaarung der vergangenen beiden Jahre. 2008 und 2009 hatten die Kieler jeweils das Hinspiel gewonnen, Ciudad Real sicherte sich aber wegen der besseren Tordifferenz jeweils den Titel. „Wir denken nicht zurück, sondern blicken nur voraus“, sagte Kiels deutscher Nationalspieler Dominik Klein. „Wir wollen den Titel-Hattrick, auch wenn es ganz schwer wird, Kiel auf deutschem Boden zu besiegen“, sagte Ciudad-Trainer Talant Dujshebaev.

Beide Mannschaften kennen sich in- und auswendig, es gibt keinerlei taktischen Geheimnisse zwischen Kiel und Ciudad Real. Die Konstellation hatte sich jedoch in dieser Saison etwas geändert – denn beide Halbfinalisten verloren vor dem Start der Spielzeit wichtige Spieler: Karabatic sowie der heutige EHF FINAL4-Botschafter Lövgren und Kavticnik verließen die „Zebras“. Rutenka, Stefansson, Laen, Urios, Pajovic und Zorman trennten sich von Ciudad Real.

Dennoch gehörten beide Teams vom ersten Spieltag der EHF Champions League an wieder zu den Favoriten. Der spanische Meister und der deutsche Tabellenführer wurden dieser Rolle auch gerecht: Ciudad Real gewann 13 seiner 14 Spiele in der EHF Champions League dieser Saison, verlor nur das Viertelfinal-Hinspiel in Hamburg; Kiel gewann 12 der 14 Partien – neben einer Heimniederlage gegen Barcelona gab es ebenfalls in der Gruppenphase ein Remis in Kolding.

„Wir sind bereit“, sagt Kiels Trainer Alfred Gislason, der von seinem zweiten Titel in der EHF Champions League als Trainer nach dem Erfolg 2002 mit Magdeburg träumt.

„Es ist nur ein Spiel. Bei zwei Partien wären unsere Chancen vielleicht höher gewesen“, sagt Luis Miguel Lopez, Manager von Ciudad Real.

Die Spanier zeigten am Vorabend des EHF FINAL4 Halbfinales noch eine noble Geste: Der Titelverteidiger, der die „alte“ EHF Champions League Trophäe behalten darf, übergab in Person von Präsident Domingo de Mera ein Silber-Replikat der Trophäe an EHF-Präsident Tor Lian.

Das Halbfinale, das in zahllose Länder weltweit live im TV übertragen wird, garantiert also Hochspannung – und Stars. Vor allem das Duell der beiden besten Torhüter der Welt elektrisiert die Massen: Arpad Sterbik (Ciudad Real, Welthandballer von 2005) gegen Thierry Omeyer (Kiel, Welthandballer 2008). Aber auch auf dem Feld steht sich Weltklasse gegenüber: Didier Dinart, bester Abwehrspieler der Welt, trifft auf Kiels Kreisläufer Marcus Ahlm. Im Rückraum stehen sich der aktuelle Toptorjäger der EHF Champions League, Filip Jicha (Kiel), und der routinierte Franzose Jerome Fernandez gegenüber.

Während die Spanier ohne Verletzte ins Halbfinale gehen können, fällt bei Kiel Kim Andersson aus, Momir Ilic ist angeschlagen.

Sechs Duelle zwischen den beiden „Titenan-Teams“ gab es bislang in der EHF Champions League, es steht 3:3 – wer das verfluchte siebte Spiel gewinnt, ist dem Traum vom Titel ein Stück näher gekommen.

Text: Björn Pazen

 
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