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Vorschau zum ersten Halbfinale: Chekhov – Barcelona

Russische Riesen gegen katalanische Spielfreude


Wer wird der erste Finalist des ersten EHF FINAL4 in Köln? Diese Frage entscheidet sich zwischen Chekhovskie Medvedi und dem FC Barcelona. Unterschiedlicher könnte die Konstellation eigentlich nicht sein. Auf der einen Seite der Rekordsieger der EHF Champions League, auf der anderen ein Halbfinal-Debütant. Noch nie zuvor seit dem Start der EHF Champions League im Jahr 1993 stand ein russischer Club im Halbfinale. Dennoch ist die Partie offen, wenn man den Äußerungen der Verantwortlichen glauben darf. „Die Chancen stehen 50:50“, sagt Barcelonas Trainer Xavi Pascual. „Wir haben Respekt, aber wir wollen den Titel, also müssen wir Barcelona schlagen“, sagt Vladimir Maximov, Trainer von Chekhov. Obwohl beide Teams seit unzähligen Jahren im Europapokal antreten, ist das Halbfinale von Köln ihr erstes Duell.

Beide Mannschaften können in Bestbesetzung antreten. Bei den Russen kehrte Shooter Alexey Rastvortsev in die Mannschaft zurück, die am Mittwoch zum zehnten Mal in Folge Meister wurde. Barcelona wurde in Spanien nur Vizemeister hinter Ciudad Real, gewann allerdings den nationalen Pokal.

In der laufenden Saison der EHF Champions League kassierte Barca nur eine Niederlage – in der Gruppenphase zu Hause gegen den THW Kiel, den man dann aber in Kiel schlug. Als Gruppenzweite qualifizierten sich die Katalanen fürs Achtelfinale, dort setzten sie sich zwei Mal souverän gegen RK Zagreb durch, ehe im Viertelfinale zwei Siege gegen MKB Veszprém gelangen.

Chekhov war nach der Gruppenphase ebenfalls Zweiter hinter Montpellier, schlug im Achtelfinale Ademar Leon und siegte im Siebenmeterwerfen des Viertelfinals gegen Montpellier. Während Barcelona die EHF Champions League bereits sechs Mal gewann, steht für die Russen nur ein Erfolg im EHF-Pokal 2006 zu Buche.

Barcelona verfügt über eine starke Defensive mit den Top-Torhütern Barrufet und Saric, im Angriff haben die Katalanen im Rückraum viele erfahrene Spieler wie Nagy, Romero oder Rutenka, der auch am Kreis spielen kann. Den besten Eindruck hinterließen allerdings die Außen Tomas und Garcia, die Toptorschützen des Clubs sind.

Chekhov hat eine Zwei-Meter-Garde in der Defensive, die nur schwer zu überwinden ist. In ihrer Spielanlage sind die Russen nicht so flexibel wie Barcelona, sie leisten sich aber kaum Fehler. Mit Dibirov verfügt Chekhov ebenfalls über einen schnellen Flügelspieler.

Die Partie scheint also offen, aber mit leichten Vorteilen für Barcelona angesichts der individuellen Klasse. Kommt die „russische Maschine“ allerdings ins Rollen, kann sie jeden schlagen.

Text: Björn Pazen

 
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